Das Kathedralglas wird in traditioneller Gusstechnik hergestellt. Flüssiges Glas wird mit einer Metallkelle dem Ofen entnommen, auf eine Stahlplatte gegossen und dann zwischen zwei Walzen zu einer Scheibe geformt. Wenn das Glas noch weich die Walzen verlässt, wird es auf einem Metallband liegend in einem Kühlofen abkühlt, ohne die Form zu verlieren.
Durch den direkten Kontakt mit dem Kühlband nimmt Kathedralglas die typisch gehämmerte Struktur auf der Unterseite an, während es unter Einfluss von Oberflächenspannung seine eigene Oberseite ebnet. Gedrückte Ecken, Falten und Blasen, die flachgerollt wurden, können als Echtheit dieses handgemachten Glases betrachtet werden.
Diese Gläser werden hauptsächlich für originale Restaurationen an Kirchen und Jugendstilfenstern verwendet. Während der Jugendstilperiode war Kathedralglas üblicherweise die erste Wahl für das Design von Glasdomen und Fenstern, ebenso wie für Türen oder eine Orangerie.